Fokus Life Science RLP
Beim LZM-Event „Fokus Life Science Rheinland-Pfalz“ standen die zentralen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Branche im Mittelpunkt – und vor allem die Frage, wie aus Strategie ein funktionierendes Ökosystem wird. Ein besonderes Highlight war die Vorstellung des neuen EY Biotechnologie-Reports Deutschland 2026, der aktuelle Trends und Herausforderungen der Biotech-Szene beleuchtet.
In seiner Eingangsrede brachte es Dr. Hummrich auf den Punkt: Die Hausaufgaben lägen auf dem Tisch, jetzt gehe es um die Umsetzung. Rheinland-Pfalz bringe mit starken Unternehmen, Spitzenwissenschaftler:innen und einer entschlossenen Politik beste Voraussetzungen mit – und mit BioVation RLP sei eine offene Plattform entstanden, die genau hier ansetzt.
Im Verlauf der Veranstaltung wurden vier zentrale Handlungsfelder herausgearbeitet. Beim Thema Kollaboration und strategische Allianzen zeigte sich: Netzwerke sind vorhanden, entscheidend ist nun, sie konsequent in gemeinsame Projekte zu überführen. Auch die Sichtbarkeit des Standorts wurde diskutiert – Rheinland-Pfalz hat viel zu bieten, diese Stärke muss aber gezielter nach außen getragen werden. Bei Innovation und Cross Innovation machte Markus Garn deutlich, dass neue Lösungen zwar an Schnittstellen entstehen, dies jedoch ohne starke Kernkompetenz nicht funktioniert. Und beim Thema Fachkräfte und Talente wurde klar: Gefragt sind neue Wege in Qualifizierung und langfristiger Bindung, um die richtigen Fachkräfte an der richtigen Stelle zu halten.
Als weiteres, vielfach genanntes Handlungsfeld kristallisierte sich Kapital und Skalierung heraus: Der Zugang zu Venture Capital, Fördermitteln und Crowdfunding bleibt angesichts langer Entwicklungszeiten, hoher Kosten und Risiken ein kritischer Faktor. Genau das bestätigt auch der EY-Report, der trotz erkennbarer Fortschritte zeigt, dass Risikokapital eine zentrale Herausforderung bleibt – obwohl Biotech langfristig zu den robusteren Industrien zählt.
Wie sich diese Handlungsfelder in der Praxis konkretisieren, zeigte unter anderem unser stellvertretender Clustersprecher Boris Strilic, der den Zukunftscluster curATime vorstellte. Er machte deutlich, wie der Cluster innovative Ansätze in der personalisierten Medizin vorantreibt und welches Potenzial in langfristig angelegten, strategisch vernetzten Innovationsvorhaben steckt – ein Beispiel dafür, wie aus gemeinsamen Initiativen bereits konkrete Projekte entstehen.
Das Event hat einmal mehr gezeigt: Rheinland-Pfalz ist ein dynamischer Standort mit großem Potenzial für Innovationen in Life Sciences und Biotechnologie. Programme allein schaffen jedoch noch keine Cluster – sie entstehen dort, wo Menschen ins gemeinsame Arbeiten kommen. Formate wie der Inkubator des Life Science Zentrum Mainz mit seinen starken Mentor:innen belegen: Es funktioniert bereits vieles, und darauf lässt sich aufbauen.
Ein besonderer Dank gilt allen Organisatoren und Beteiligten für die Durchführung und die wertvollen Impulse des Abends.


